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Lifestyle

Neues Urteil

Personal Trainer sind nicht mehr rentenversicherungspflichtig - Ein Kommentar von Trainerberater Marco Adebar

Nach Jahren der Ungewissheit hat nun das Sozialgericht Osnabrück die vom Bundesverband Personal Training e.V. immer vertretene Rechtsauffassung, dass ein Personal Fitness Trainer unter bestimmten Voraussetzungen nicht  rentenversicherungspflichtig ist, in einem Urteil bestätigt.

Geklagt hatte ein Trainer, der als selbstständiger Personal Fitness Trainer ausschließlich Einzelkunden betreute. Die beklagte Rentenversicherung ging davon aus, dass der Kläger hiermit eine lehrende Tätigkeit ausgeübt habe und deshalb in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig gewesen sei. Das Sozialgericht (SG) Osnabrück hat nun entschieden, dass der Kläger
in diesem Zeitraum nicht rentenversicherungspflichtig war. Bei dieser Tätigkeit als Personal Trainer stand zur Überzeugung des Sozialgerichts ein Wissenstransfer für den Kunden nicht im Vordergrund. Aus gerichtlicher Sicht
entspricht diese Situation weniger einem Einzelunterricht als vielmehr einer Einzelberatung, die keine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung gemäß § 2 Satz 1 Nr. 1 SGB VI auslöst.

Fragen zur Rentenversicherungspflicht

Um zu überprüfen, ob eine Aufhebung der Rentenversicherungspflicht
für dich als Personal Trainer wahrscheinlich ist, solltest du folgende Fragen mit einem Anwalt besprechen:

• Bist du ausschließlich als Personal Fitness Trainer tätig? Falls nein, welche weiteren Tätigkeiten übst du in welchem Umfang aus?
• Betreust du als Personal Fitness Trainer mehr als einen Klienten je Trainingseinheit? Falls ja, wie viele Klienten betreust du pro Trainingseinheit?
• Wie gestalten sich deine Trainingseinheiten konkret?

• Seit wann zahlst du welche Beträge in die Rentenversicherung ein?

Rückwirkende Erstattung von Beiträgen

Soweit die Deutsche Rentenversicherung (DRV) einen Personal Trainer nicht als Lehrer einordnet, entfällt für ihn die gesetzliche Rentenversicherungspflicht und er braucht ab dem Zeitpunkt der Entscheidung keine Beiträge mehr in
die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen und kann so auf eine private Vorsorge setzen. Wenn die DRV einem Antrag auf Befreiung von der Versicherungspflicht stattgibt, kann auch die Versicherungspflicht
nach § 2 Satz 1 Nr. 1 SGB VI rückwirkend aufgehoben werden. Durch die rückwirkende Aufhebung der Versicherungspflicht wurde beispielsweise für einen uns bekannten Personal Fitness Trainer ein Rückzahlungsbetrag von rund 5.300 Euro erstritten, der von der DRV an den Personal Fitness Trainer zurückerstattet werden musste.

Ist eine Klage immer erfolgreich?

Eine Erfolgsgarantie besteht nicht. Allerdings können qualifizierte Fachanwälte ihren Mandanten im Voraus die Erfolgsaussichten anhand der Antworten aus den oben aufgezählten Fragen darlegen bzw. eine detaillierte individuelle
Risikoanalyse als Entscheidungsgrundlage dahingehend erstellen, ob der Klageweg aussichtsreich ist. Denn jeder Fall ist individuell zu beurteilen und zu betreuen.

Kommentar von Marco Adebar - Der Trainerberater

 

"Endlich ein Präzedenzfall.

Vom Sozialgericht Osnabrück wurde geurteilt, dass ein Personal Trainer, der ausschließlich 1:1 Trainings gab, als nicht rentenversicherungspflichtig eingestuft wurde. Ein früheres Urteil hat bereits den Bereich Ernährungsberatung als nicht rentenversicherungspflichtig eingestuft.

Beide Urteile verbessern die Situation enorm für Personal Trainer und/oder Ernährungsberater. Alle anderen Trainer sollten sich frühzeitig informieren, damit keine Nachzahlung für die letzten vier Jahre droht.

Gerne informiere ich Euch bezüglich der Rentenversicherungspflicht. Solltet Ihr rechtlichen Beistand benötigen, stelle ich gerne den Kontakt zum darauf spezialisierten Rechtsanwalt Matthias Kroll her.

 

Beste Grüße aus Hamburg

 

Marco"

--> Hier geht's zu den Beratungsleistungen von Marco Adebar für PRIME Kunden